DJ*

©Bi Män/Harry Klein

Bi Män will Klischees aufbrechen indem sie Stereotype Bilder übertreibt. Sie* einzuordnen funktioniert nicht, da die Schaltkreise ihres Schaffens genauso unerklärlich und wild umher wüten wie so manches Mal die Beats und Samples beim auflegen.

Lieblich, süß und Lo-Fi braucht keiner mehr: Ihr Sound ist harsch, schonungslos, ehrlich und brutal – er ist die Sprengung gesellschaftlich festgelegter Horizonte und knallt den Mangel an musikalischer Vorstellungskraft direkt und ehrlich in die Gehörgänge.

Bi Män ist als DJ* eine unbehagliche Exponierung geschlechtsspezifischer Adressierungen und steht gegen die Entpolitisierung vermeintlich demokratischer Gesellschaften ein.

Sie* will nicht das ohnmächtige Jaulen der Aggression in einer feindlichen Welt nachahmen, sondern die Matrix von Musik, Partys und Politik selbst und neu gestalten.

Die Selbstbezeichnung Bi Män soll einen Widerspruch erzeugen, welcher die binäre Geschlechtslogik in seiner Strukturierung und Entstehung beleuchtet und aufbrechen soll. 

Bi Män wird gesellschaftlich über ihren Körper als weiblich gelesen und definiert. Diese Form der vergeschlechtlichten Adressierung möchte sie ad absurdum führen, indem sie sich die Bezeichnung Män aneignet. 

Zudem soll der Begriff Bi Män auf queere Begehrensstrukturen verweisen. Über die Vergeschlechtlichung werden Formen von Lust und sexuelle Praktiken vereindeutigt und festgelegt. Das birgt den Ausschluss sexueller Handlungsweisen, die beispielsweise nicht auf Fortpflanzung gerichtet sind. Bi Män forscht nach Erlebensformen, die sich nicht in der Matrix der binären Logik bewegen. 

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